Rudolf Tischer und Gerhard Salm - Ehrenbürger von Freimersheim

Rudolf Tischer und Gerhard Salm haben nachhaltige Spuren in der Ortsgemeinde hinterlassen – seit Samstag Abend sind die ehemaligen Ortsbürgermeister Ehrenbürger der Gemeinde. Inmitten eines festlichen Rahmens in der Frimarhalle, im Beisein der Bürgerinnen und Bürger und vieler Wegbegleiter, mit kurzweiligen und humorvollen Laudationen war die Verleihung der Ehrenbürgerwürde ein Beweis gelebter Gemeinschaft in Freimersheim.
25 Jahre in der Kommunalpolitik, davon 15 Jahre als Ortsbürgermeister war Rudolf Tischer. Gerhard Salm zählt 35 Jahre in der Kommunalpolitik, davon 15 Jahre als Ortsbeigeordneter und 15 Jahre als Ortsbürgermeister – beides zeuge von großem Engagement und nachhaltigen Spuren in der Ortsgemeinde, die jeder auf seine Art hinterlassen habe, betonte Ortsbürgermeister Daniel Salm. Bisher habe die Gemeinde die Ehrenbürgerwürde zwei Mal verliehen: 1952 an Martin Salm (Ortsbürgermeister von 1925 – 1939) und 1999 an Kurt Rummel (Ortsbürgermeister von 1964 bis 1979).


Rudolf Tischer
Wegmarken: Juli 1969 bis Juli 1979 Ratsmitglied, Juli 1979 bis Juli 1994 Ortsbürgermeister, Nachfolger von Kurt Rummel. Beruf: Landwirt und Winzer; Engagement: 15 Jahre Wehrführer der Feuerwehr Freimersheim, zehn Jahre Schriftführer und zweiter Vorsitzender des MGV Gemischten Chors (heute: Kulturverein), Mitglied in der Bauern- und Winzerschaft; Auszeichnungen: Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, Urkunde des Gemeinde und Städtebundes für 20-jähriges Engagement.
Persönlichkeiten seien reife Menschen mit Lebenserfahrungen und ausgeprägten Charaktereigenschaften, durchleuchtete Landrat Dietmar Seefeldt die Vergabe der Ehrenbürgerwürde an Rudolf Tischer. Dass sich der heute 84-Jährige verpflichtet gefühlt habe, das Amt des Ortsbürgermeisters anzunehmen, spreche für seine Persönlichkeit. Sonntags in der Frühe habe der damalige Ortsbürgermeister Kurt Rummel auf der Suche nach einem, Nachfolger angerufen. So gehe es einem, „wenn man ein guter Kerl ist“ - wird Tischer in diesem Zusammenhang zitiert. Die Kommunalpolitik liege wohl auch in den Genen, war doch auch der Großvater Wilhelm III. Tischer Ortsbürgermeister (1920-1925). Die Zusage sei ein Glück für Freimersheim gewesen, beleuchtete der Landrat Maßnahmen und Projekte in dessen Zeit als Ortsbürgermeister: Bau der Friedhofshalle, Ausbau Verbindungsweg Kirchstraße – Ortsmitte, Neubaugebiet „Im großen Garten“, Mitgliedschaft im Verein SÜW Edenkoben, Renovierung Sitzungszimmer im Rathaus mit Außenanstrich, Gasversorgung der Gemeinde, Inbetriebnahme der Gas-Übergabestation in Freimersheim sowie dessen „größtes Projekt“, der Kindergartenneubau. Seit jeher habe Tischer eine demokratische Grundeinstellung, in der „jeder etwas zu sagen hat, ohne Klüngel, ohne Partei, wenn das auch negativ sein kann.“ Als phänologischer Beobachter für den Deutschen Wetterdienst kenne Tischer die 550 Hektar große Gemarkung wie seine Westentasche, seit 1984 halte Tischer seine Beobachtungen wie auch Polleninformationen fest und gibt sie an den Wetterdienst weiter. Dass die Bevölkerung mitgezogen und auch mitangepackt habe, das sei ihm immer wichtig gewesen.
Gerhard Salm
April 1974 bis Juli 1989 Erster Beigeordneter, Juli 1989 bis 1994 Ratsmitglied, Juli 1994 bis August 2009 Ortsbürgermeister; Verbandsgemeinderat: Februar 1985 bis Juni 1994 sowie Juli 1999 bis Juni 2009 Ratsmitglied; Beruf: Landwirt und Winzer; Engagement: 18 Jahre Vorsitzender der Bauern- und Winzerschaft, 16 Jahre Vorsitzender des MGV Gemischten Chors Freimersheim (heute: Kulturverein), zwölf Jahre Presbyter, Mitbegründer der Maschinenbetriebsgemeinschaft, 30 Jahre Aufsichtsratsmitglied der Raiffeisenbank Oberhaardt Gäu, Gründungsmitglied der FWG, Mitglied Thüga und Winzergenossenschaft Rhodt; Auszeichnungen: Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, Ehrenurkunde des Genossenschaftsverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Thüringen, Goldene Wappennadel des Landkreises Südliche Weinstraße und Ehrenurkunde des Gemeinde- und Städtebundes für 35-jähriges Engagement;
Gerhard Salm - ein „politisches Urgestein – bodenständig, verlässlich, berechenbar, fair, ehrlich, klug“ und gesellig, so der Laudator Bürgermeister Olaf Gouasé und griff auf, was „Gerle“ bei seiner Verabschiedung aus dem Ortsbürgermeisteramt im November 2009 gesagt habe, er „schaue dankbar rückwärts, gläubig aufwärts und mutig vorwärts“. War schon der Großvater Martin Salm Ortsbürgermeister und Ehrenbürger, waren es nicht ausschließlich die Gene, die ausschlaggebend für das kommunalpolitische Mandat waren. Ein Schlüsselerlebnis für den 22-jährigen Gerhard Salm und dessen Engagement sei die Einweihung des Sportplatzes 1962 gewesen. Damals habe er mit eigener Kutsche und eigenem Pferd keinen Geringeren als Fritz Walter, der eigens zu diesem Anlass nach Freimersheim kam, chauffiert. Einige Wegmarken seiner Zeit an der Spitze der Gemeinde: die Bauendphase und Indienststellung der Kindertagesstätte, die Generalsanierung und Modernisierung der ehemaligen Kulturhalle und heutigen Frimarhalle, das Neubaugebiet Rieshübel, der Lückenschluss des Radweges „Vom Rhein zum Wein“ von Freimersheim nach Hochstadt. Ein Meilenstein: der Abriss der früheren Wirtschaft „Zum Hirsch“ und der Wiederaufbau als Haus der Gemeinde, Vereine, Senioren und Jugend. „Kluge kommunalpolitische Entscheidungen - die durchgehend erkennbare Handschrift von Gerhard Salm, der auch in seiner Zeit als Verbandsgemeinderatsmitglied eine wichtige Stütze und kluger Ratgeber war, immer ehrlich, anständig, gerade heraus“, dankte Gouasé. Eine enorme Lebensleistung habe Salm vollbracht, für die Mitbürgerinnen und Mitbürger in Freimersheim, in der Verbandsgemeinde Edenkoben wie auch in der gesamten Region. Mutig aufwärts schauend – ohne den Glauben vor sich hertragend oder missionierend - und nach wie vor aktiv als Sänger im Chor, Feldgeschworener, Sammler für die Kriegsgräberfürsorge und aktiv in der Seniorenarbeitsgruppe beweise der 80-jährige Gerhard Salm nach wie vor, dass es sich wie er sagt, „lohnt für Freimersheim, für die Verbandsgemeinde und für das ganze Gebiet einzusetzen. Man hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, man soll nicht nur nehmen, sondern auch geben.“
Tischer dankte für diesen „besonderen Abend“, er habe nie damit gerechnet, Ehrenbürger zu werden und so gelte sein Dank insbesondere dem Gemeinderat für den einstimmigen Beschluss. Eine Bitte äußerte er auch: Er wünsche sich einen Nachfolger mit wachen Augen für die Natur, für die phänologischen Beobachtungen und für die Fortführung seiner Arbeit. Trotz der Vorbereitung auf diesen Abend sei er „überwältigt und ergriffen, über diese große Ehre, die ihm zu Teil werde, dankte Salm für warmherzige und ehrliche Laudation und für die höchste Auszeichnung die eine Ortsgemeinde vergeben könne. Und betonte dabei, er tue „eigentlich nur seine Pflicht als Staatsbürger“ und dankte seiner Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern, denn „so etwas funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen“.
Die Chöre des Kulturvereins, der Gemischte Chor und Four connected sorgten unter der Leitung von Beate Dittmann für so manche Überraschung, führten einen humorvollen Small Talk, sangen Loblieder auf das Leben im hier und jetzt und auf Freimersheimer Mädchen. Die Kinder der Kindertagesstätte „Spatzennest“ sangen von einem Licht, das in allen strahlt.
Text: Ivonne Trauth, Bilder: Martin Gödelmann

Rathausstraße
Was lange währt, wird endlich gut

Die Anwohner der Rathausstraße können aufatmen: die Zeit des Lärms, Drecks, Einkäufe schleppens ist vorbei!
Aus der mehrfach „geflickten“ Teerstraße wurde eine schön anzusehende Pflasterstraße, die die Zeit der Unannehmlichkeiten vergessen lässt und den Ortsmittelpunkt, zu dem sie führt, weiter aufwertet.


Ortsgemeinde Freimersheim
Am 20. August fand die Konstituierende Sitzung des am 26. Mai neu gewählten Gemeinderats für die Legislaturperiode 2019/2024 im Beisein von rund 60 Besuchern in der Frimarhalle statt.
Ortsbürgermeister Daniel Salm wurde in seinem Amt bestätigt.
Der Gemeinderat wählte Frank Struppler zum 1. Beigeordneten und Klaus Barth zum Beigeordneten.

Ortsgemeinde Freimersheim
Als Dankeschön
an die Rats- und Ausschussmitglieder, Gemeindebediensteten, für die Gemeinde ehrenamtlich Tätigen und die Vereinsvorsitzenden für Ihr Engagement das ganze Jahr über lädt die Gemeinde einmal jährlich zu einem gemeinsamen Tagesausflug ein. Der Ausflug wird ermöglicht aus den nicht in Anspruch genommenen Sitzungsgeldern des Gemeinderats und der Ausschüsse.
Der diesjährige Ausflug am 17. August führte in das ehemalige Salzbergwerk Bad Friedrichshall und nach Bad Wimpfen.

24-h-Rennrad-Challenge ein voller Erfolg



Am 27. Juli pünktlich um 13 Uhr startete Stefan Overmann aus Freimersheim zu seiner selbstgestellten Herausforderung – einer 24-h-Rennrad-Challenge zugunsten des Kinderhospiz Sterntaler.
Knapp 18 Stunden verbrachte er im Sattel; die wenigen Pausen nutzte er zur Energiezufuhr, an Schlafen war allerdings nicht zu denken. Seine festgelegte Tour führte ihn von Freimersheim Richtung Freisbach, über Gommersheim nach Geinsheim, durch Duttweiler und nach Kirrweiler, dann über Venningen nach Großfischlingen, Kleinfischlingen und wieder von vorne. Um dem ein oder anderen Gewitter zu entgehen, ist er zwischendurch von seiner Route abgewichen. Im Ergebnis hat er eine Distanz von rund 356 km absolviert; manchmal sogar in Begleitung einzelner "Mitfahrer".
Unterstützt wurde er von verschiedenen Unternehmen aus der Region wie etwa 2radhaus MAYER aus Schifferstadt oder Sanset Mediengestaltung, Freisbach. Daneben haben sich auch Firmen entlang der Strecke an dieser Aktion beteiligt und während ihrer Öffnungszeiten Spendenboxen mit Hinweis auf die Aktion aufgestellt. Dazu gehörten Obst- und Gemüsebau Kästel an seinen beiden Standorten in Geinsheim, Schlemmerstübchen im Sportheim Venningen sowie Gutting Pfalznudel aus Großfischlingen. Das Weingut Bergdolt-Reif & Nett, Duttweiler, hielt neben der Spendenbox vor Ort auch auf seiner Facebook-Seite noch eine spezielle Aktion bereit.
Zusätzlich kamen am 27. Juli in der Vinothek des Weinguts Thomas Geißert, Kleinfischlingen, Freunde von Torten, Kuchen und Muffins auf ihre Kosten. Kaffee und die von fleißigen Bäckerinnen gespendeten Leckereien konnten gleich vor Ort verzehrt oder für die heimische Kaffeetafel mitgenommen werden; auch dieser Erlös und der Inhalt der aufgestellten Box floss 1:1 in die Spendenkasse.

Durch das tatkräftige Miteinander und Engagement aller Beteiligten sowie mehrerer privater Einzelspenden kam eine stolze Spendensumme von über 1.400 € für das Kinderhospiz zusammen.

Allerherzlichsten Dank an alle Unterstützer!

Storchendorf Freimersheim
Wieder zwei Jungstörche beringt
Ursula Schubart und Heiko Brunnemer Namenspaten für Leonie und Hako
Auch in diesem Jahr konnten die Storcheneltern im Nest auf dem Dach des Hauses der Gemeinde inmitten von Freimersheim wieder zwei Jungstörche großziehen, die im Beisein zahlreicher Kinder und Erwachsener am 7. Juni von einem Mitarbeiter der Aktion Pfalzstorch beringt wurden. Storchenpatin des Jungstorchs „Leonie“ wurde Ursula Schubart; Heiko Brunnemer ist Namenspate für „Hako“. Die Versteigerung der Storchenpatenschaften erbrachte insgesamt 100 Euro zugunsten der Aktion Pfalzstorch.

inexio verlegt Glasfaserkabel in Rathausstraße und Hauptstraße
Kunden erhalten Glasfaser-Hausanschlüsse der Zukunft – Bandbreiten bis 1 Gbit/s

Das Telekommunikationsunternehmen inexio macht den Anwohnern in der Rathausstraße und der Hauptstraße von Freimersheim ein besonderes Angebot. Das Unternehmen nutzt die Bauarbeiten und verlegt Glasfaserkabel bis an die Hausanschlüsse. Dadurch entstehen den Hausbesitzern lediglich einmalige Baukosten von 599,-- Euro.

Internetanschluss der Zukunft
Ein Glasfaser-Hausanschluss sichert bereits heute die Bandbreiten von morgen. Mit bis zu 1 Gbit/s und mehr sind auch zukünftige Anwendungen bestens darstellbar. Die Investition ist somit neben dem aktuellen Komfortgewinn ein Beitrag zur Wertstabilität der Immobilie.
Wer sich über den Glasfaser-Hausanschluss und die QUiX-FiBER-Tarife informieren möchte, der findet unter www.myquix.de alle Informationen zum Ausbau und den Angebotspaketen der Privatkundenmarke von inexio. Zusätzlich sind aktuell Berater von QUiX in Freimersheim unterwegs und beraten die Anrainer in den beiden Straßen.

Über inexio:
Seit der Gründung im Jahr 2007 hat inexio bundesweit eine eigene Telekommunikations-Infrastruktur mit über 8.000 Kilometern modernstem Glasfaserkabel errichtet. Neben leistungsfähigen Telekommunikations- und Internetanbindungen stehen den Kunden sechs unternehmenseigene Rechenzentren in Saarlouis, Saarbrücken und Kaiserslautern zur Verfügung.
inexio betreut auf dem NGA-Netz mehr als 5.000 gewerbliche Kunden – vom Konzern bis zum mittelständischen Unternehmen – und über 100.000 Privatkunden. Schwerpunkt der Aktivitäten sind bisher unterversorgte Regionen, in denen inexio bisher mehr als 1.400 Ortsnetze ans Glasfasernetz angebunden hat.
Neben dem organischen Wachstum ist inexio aktiv in der Konsolidierung des Marktes. Mit Übernahmen in Süd- und Norddeutschland konnte die bundesweite Expansion beschleunigt werden.
David Zimmer, Gründer von inexio, wurde 2012 von Ernst & Young als Entrepreneur des Jahres in der Kategorie Start-up ausgezeichnet. Im gleichen Jahr belegte inexio den 1. Platz als am schnellsten wachsenden Unternehmen im Deloitte Fast 50. Die saarländische Landesregierung verlieh David Zimmer in Anerkennung seiner Leistungen den Titel Technologierat.
Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Rathausstraße
Seit 6. August werden durch die Tiefbaufirma Wagenbrenner aus Homburg in der Rathausstraße umfassende Arbeiten durchgeführt.
Erneuert werden

  • die Hauptwasserleitung
  • der Hauptwasserkanal
  • die Hausanschlüsse für Wasser und Abwasser
  • die Zuleitungen für die Straßenbeleuchtung
  • die Straßenentwässerungsanlagen sowie
  • der Straßenbelag: dieser wird in Pflaster mit Mittelrinne (Rocca in Herbstfarben) erneuert.
  • Als Neumaßnahme kommt die Versorgung der Hausanschlüsse über Glasfasertechnik für schnelles Internet durch die Firma Inexio hinzu.

Die Baukosten für die Gesamtmaßnahme belaufen sich auf 554.174 Euro.
Der Anteil der Ortsgemeinde beträgt 227.630 Euro, davon tragen die angrenzenden Grundstückseigentümer durch Ausbaubeiträge 147.960 Euro.
326.544 Euro werden durch die Verbandsgemeindewerke getragen.


Barriere freie Bushaltestellen
Im Zuge dieser Arbeiten werden vor dem Rathaus und dem Dorfplatz die Bushaltestellen zu Barriere freien Haltestellen umgebaut.
Die Baukosten hierfür belaufen sich auf 51.002 Euro.
Von den zuwendungsfähigen Ausgaben in Höhe von 43.000 Euro erhält die Gemeinde einen Landeszuschuss von 85 Prozent, dies sind 36.550 Euro.


Freifunk - Kostenfreies WLAN

Seit dem 25. November ist am Rathaus ein Freifunk-Router installiert, der der Bevölkerung und den Internetnutzern im Umkreis von Rathaus, Haus der Gemeinde und Dorfplatz die kostenfreie Nutzung ermöglicht.


Nachmittag der offenen Grabungen
Auf dem Grabungsgelände standen mehrere jungsteinzeitliche Häuser

Die erste Gruppe bei den Grabungswerkzeugen Schaubild, wie die jungsteinzeitlichen Langhäuser ausgesehen haben sowie auf dem Plan unten in der oberen Mitte erkennbar das Freimersheimer "Ei", das bisher einmalig ist in Rheinland-Pfalz
Ein Teil des Grabungsgeländes in Ost-West-Richtung Weitere abgedeckte Grabungsfelder
  Grabungsfunde, die bereits für die Ausstellungseröffnung "Archäologische Schätze der Pfalz - 70 Jahre Landesarchäologie" am 3. November im "Archäologischen Schaufenster Speyer", Gilgenstraße 13 (Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 11 - 17 Uhr) vorbereitet wurden

 

Auf sehr großes Interesse stieß am 25. September der Nachmittag der offenen Grabungen auf dem derzeitigen Grabungsgelände für das künftige Neubaugebiet Rieshübel II im Osten unseres Dorfes. Den herrlichen Altweibersommer nutzten die Freimersheimer, Grundstückseigentümer und an Archäologie Interessierte aus umliegenden Dörfern und Städten, um sich vor Ort Informationen zu beschaffen. Das sechsköpfige Grabungsteam um Grabungsleiterin Hannelore Kretzschmann und den Archäologen Markus Ortlieb sowie Dr. Ulrich Himmelmann, Leiter der Direktion Landesarchäologie - Außenstelle Speyer, hatten alle Hände voll zu tun um an den verschiedenen Stationen die örtlichen Funde und Gegebenheiten zu erläutern und Fragen zu beantworten. Die etwa 200 Besucher – Familien mit ihren Kindern waren ebenso anzutreffen wie Senioren – zeigten an allem großes Interesse. Es war ja auch spannend zu erfahren, welche Arbeiten ein großer und ein kleinerer Bagger bei den Grabungen zu verrichten haben und welche Arbeitsgeräte für die seit April das Gelände untersuchenden Personen benutzen. Viele staunten nicht schlecht, als Grabungsleiterin Hannelore Kretzschmann dafür Hacke und Spaten, Maurerkellen, Pinsel und viele andere alltägliche handwerkliche Geräte vorstellte. Den Besuchern wurde die Bedeutung der Farbunterschiede in der Erde ebenso erläutert wie die runden, dunklen oder gar schwarzen Flecken auf dem Boden. Was sich noch vor Kurzem als ein mondsichelförmiger Halbkreis darstellte, hat sich zu einem großen „Ei“ ausgewachsen und gibt dem Grabungsteam Rätsel auf. Vermutet wird, dass es direkt an das direkt danebenstehende Langhaus anschloss. Aufgrund der Tatsache, dass der Freimersheimer Fund in seiner Gesamtheit erst seit etwa einer Woche bekannt und in seiner Struktur bisher einmalig ist in Rheinland-Pfalz, können nur Vermutungen (Viehstall, Vorratshaus oder viele andere Möglichkeiten) angestellt werden. Auch das jungsteinzeitliche Langhaus hatte eine beachtliche Größe: es war 50 Meter lang und zehn Meter breit und für die Besucher mit blauen Bändern markiert um so die Größe abschätzen zu können. Auch die Funde und die Grabungspläne wurden ausgestellt und erläutert. Insgesamt, so Dr. Ulrich Himmelmann, konnten die Grundrisse oder Pfostenspuren von mehreren Langhäusern nachgewiesen werden. Erst im Nachhinein allerdings kann es durch weitere Forschungen nachgewiesen werden, ob die Häuser auf dem Gelände während der Jungsteinzeit (4900 bis 4700 v. Chr.) auf einmal oder nacheinander erbaut wurden. Zahlreiche Abfall- Brand oder Beschaffungsgruben zeugen von der Besiedlung vor knapp 7000 Jahren, in der die Menschen anfingen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. „Die Funde von Freimersheim sind uns so wichtig, dass wir einige davon in die neue Ausstellung „Archäologische Schätze der Pfalz – 70 Jahre Landesarchäologie“, die am 3. November im Archäologischen Schaufenster Speyer eröffnet wird, aufgenommen und die Planungen für die Ausstellung damit teilweise umgestellt haben“, freute sich Dr. Himmelmann.

Besiedlung auch in der Jungsteinzeit

Überwiegend Jungsteinzeitliche Funde, aber auch einige aus der Bronze- und Eisenzeit prägen die Grabungen der Landesarchäologie im Bereich des zukünftigen Neubaugebiets „Rieshübel II“ in Freimersheim.
Das sechsköpfige Team von Grabungsleiterin Hannelore Kretzschmann und dem Archäologen Markus Ortlieb sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Bettina Hünerfauth von der Direktion Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe zeigt bei einem Rundgang sichtlich zufrieden über die unzähligen Fund-Kisten und die neuesten Fundstellen. Eine Prospektion zweier Grundstücke hatte im Vorfeld bereits aufgezeigt, dass zahlreiche Stellen auf eine frühe Besiedlung hinweisen.



Die Keramikfunde aus der Mittleren Jungsteinzeit (4900 bis 4700 v. Chr.) sind geprägt von der Großgartacher Kultur, erkennbar an den Verzierungsformen mit Einstichen und den mit der Spitze nach oben typischen Dreiecken. Funde aus den sogenannten „Metallzeiten“ (Bronze- und Eisenzeit) sind zwischen 2200 v. Chr. bis in die späte Hallstattzeit (ca. 450 v. Chr.) datierbar.
Bisher wurden zwei Gräber gefunden: ein neolithisches Kindergrab (Mittlere Jungsteinzeit) und ein einsames, vermutlich christliches, Grab eines Erwachsenen, beide ohne Beigaben.
Sehr viele Gruben wurden für die Speicherung von Lebensmitteln oder für die Entsorgung von Abfällen angelegt. „Hier bestand eindeutig eine Siedlung“, ist sich Kretzschmann sicher. Anhand von typischen Veränderungen in der Erde wurden Hausgrundrisse freigelegt, sichtbar durch die Holzstämme, die in entsprechenden Abständen damals mindestens 50 Zentimeter tief in den Boden gehauen wurden. Es handelt sich wahrscheinlich um den Teil eines Langhauses voraussichtlich aus der Mittleren Jungsteinzeit mit dem für diese Zeit typischen eher schiffsförmigen Grundriss. Sie boten mehr Platz im Haus und verfügten über eine Vorhalle.
Bei einer weiteren Grabung hat man circa einen Meter unter der Oberfläche eine riesige schwarz verfärbte Grube entdeckt. Hier gab es deutlich sichtbar eine ältere Grube, die dann in eine größere Grube überging und aus der auch Knochenfunde geborgen wurden.
Spannend wird es für das Grabungsteam in den nächsten Tagen: im Südwesten des Gebietes wurde aktuell eine mondsichelförmige Pfostenstellung entdeckt, deren Bedeutung noch unklar und erst durch weitere Grabungen erklärbar ist.
Alle Funde werden durch die Mitarbeiter genauestens schriftlich und fotografisch dokumentiert sowie mit Nummern versehen. Ein Plan mit größeren und kleineren orangenen, braunen, roten und blauen Flecken zeigt die genauen Fundstellen an. Darauf zeigt sich deutlich ein Band, von Südwest nach Nordost reichend, das am dichtesten belegt ist. „Selbstverständlich graben wir nur an den Flächen, die auch viele Funde versprechen“, machen Kretzschmann und Ortlieb deutlich.
An ihrem 100. Arbeitstag am 2. September haben sie von der 1,4 Hektar großen Gesamtfläche bereits 4.500 Quadratmeter untersucht; 2.000 Quadratmeter sind derzeit offen. Geöffnet werden noch rund 1.000 Quadratmeter; bis Ende Oktober sollen die Grabungen beendet sein. Dann sind fast sieben Monate Arbeit an der Freimersheimer Frühgeschichte vorbei und das Bebauungsplanverfahren „Rieshübel II“, das weitere attraktive, ruhige Wohnmöglichkeiten schafft, kann beginnen.