Spatenstich im Neubaugebiet „Rieshübel II“


Liebe Freimersheimerinnen und Freimersheimer, liebe Gäste,
zum heutigen offiziellen 1. Spatenstich für dieses Neubaugebiet Rieshübel II möchte ich Sie auch namens des Gemeinderats herzlich begrüßen.
Besonders begrüße ich
-Herrn Scherberger, Inhaber Ing.-Büro Schulbaum, LD
-Herrn Hambsch, Inhaber Tiefbauunternehmen Hambsch, Bellheim
-Frau Krell, Inhaberin Büro Krell aus Bad Bergzabern
-die Herren Stahl und Struppler von den VG-Werken sowie Heike Dernberger als Vertreterin für die Presse.

Ein herzliches Willkommen auch den Grundstückseigentümer im Planungsgebiet, den „Nachbarn aus Rieshübel I“ sowie der zahlreich erschienenen Bevölkerung.
Wir freuen uns alle sehr, dass dieser heutige Tag gekommen ist, aber zuvor waren einige Hürden zu überwinden.
Lassen Sie mich zur Entwicklung stichpunktartig die einzelnen wichtigen Stationen aufzählen:

Begonnen hat alles im September 2014 mit Beratungen des damals frisch gewählten Gemeinderats. Wir waren uns einig, dass wir in kurzer Zukunft für die einheimische Bevölkerung, besonders junger Menschen, Bauland zur Verfügung stellen wollen und hierzu das Gebiet „Rieshübel II“, das seit Beginn der 2000er Jahre im Flächennutzungsplan als Bauland ausgewiesen war, nutzen wollen.
Da bereits in Rieshübel I archäogloische Funde gemacht wurden, war uns bewusst, dass dies etwas länger dauern kann.
Da wir dies genauer wissen wollten, ja mussten, wurden im Dezember 2014 sogenannte Prospektionen beauftragt. Hierzu wurden im März 2015 zwei Weinberge für Untersuchungsflächen gerodet und im Mai die Untersuchungsarbeiten durchgeführt.
Schnell war klar, dass wieder gegraben werden musste und dies die Grundstückseigentümer bezahlen müssen.
Dies haben wir den Eigentümern bei einer Versammlung im Oktober 2015 mitgeteilt und für die Maßnahme offensiv geworben.
Mit dem Votum aus dieser Versammlung wurde im November der Grundsatzbeschluss für archäogloische Grabungen gefasst und den Eigentümern eine öffentlich-rechtliche Erschießung mit 10 %iger Beteiligung der Gemeinde zugesichert.

März 2016: Grundstücke im südlichen Bereich werden durch die Gemeinde angekauft; Restliche Eigentümer stimmen der Kostenübernahme für Grabungen zu Mitte April 2016 beginnen die Grabungsarbeiten

Juli 2016: Beauftragung des Büros Stadtconcept Landau für die Erstellung eines Bebauungsplans und dem Büro Krell, Oberotterbach für die Naturschutzrechtliche Planung

August 2016: Alle Eigentümer auch nördlich des Wirtschaftswegs stimmen einer Grabungskostenübernahme zu, bzw. verkaufen Ihre Grundstücke an die Gemeinde

September 2016: Erste Entwürfe des B-Plans werden im Gemeinderat vorgestellt, das Ing-Büro Schulbaum wird mit der zukünftigen Straßenplanung beauftragt.
Der Tag der offenen Grabungsstätte findet zum Monatsende statt.

Hier wurde präsentiert, dass nicht nur, wie vermutet, Grabfelder aus der Merowingerzeit, sondern auch Keramikfunde, die der späten Bronzezeit zugeordnet werden, sowie Hausgrundrisse aus der Jungsteinzeit, also 5 Tausend Jahre v. Chr., zum Vorschein kamen. Wer sich hier niederlässt, baut also auf historischen Boden und es gilt somit als sicher, dass dieses Gebiet schon seit nahezu 7000 Jahren besiedelt ist.
Eben schon immer ein fruchtbares Land!

Die Grabungsarbeiten endeten zu Weihnachten 2016.

Im März 2017 wurde dann das Baulandumlegungsverfahren durch das Vermessungs- und Katasteramt Landau eingeleitet.

Und im April 2017 die Öffentlichkeit am Bebauungsplanverfahren beteiligt.

Im Juli 2017 wurden nochmals Änderungen in den B-Plan eingearbeitet.

Dieser wurde im August 2017 als Satzung beschlossen und erlangte somit Rechtskraft. Damit konnte die Straßenplanung beginnen und im Dezember 2017 die ersten Entwürfe hierzu vorgestellt werden.

Nach kleinen Änderungen konnte die Entwurfsplanung zur Straßenplanung bereits im Januar 2018 beschlossen und die Arbeiten ausgeschrieben werden.

Ende April erfolgte dann die Vergabe der Erschließungsarbeiten mit Tiefbauarbeiten beim Straßenbau an die Firma Hambsch aus Bellheim, die letzte Woche, am 25. Juni, ihre Arbeit aufgenommen hat.

Verehrte Anwesende, mit dieser zum Teil detalierten Auflistung wollte ich Sie nicht langweilen, sondern aufzeigen, welch zum Teil beschwerlichen Weg ein solches Verfahren bis zum Häuserbau, mit dem wir ca. im September 2019 rechnen können, braucht.

Ich bedanke mich bei allen, die im Vorfeld dazu beigetragen haben, dass nun die Erschließung beginnen kann. Bei den Mitarbeitern der VG-Verwaltung und des Vermessungsamtes, den Planungs- und Ingenieurbüros sowie den Mitgliedern des Umlegungsausschusses.
Aus finanzieller Sicht besonders bei den Grundstückseigentümern im Planungsgebiet, die die 12,52 € pro Quadratmeter für Grabungskosten übernommen bzw. ihre Grundstücke an die Gemeinde verkauft haben. Ohne diese Entscheidungen und Einsicht stünden wir heute nicht hier und es könnten im nächsten Jahr keine Häuser auf 33 Baugrundstücke gebaut werden.

Es ermöglicht der Gemeinde nun 14 Bauplätze mit insgesamt 6.873 qm zu verkaufen.
Im August wollen wir den Quadratmeterpreis hierfür festsetzten und ab September vorerst nur an Freimersheimer bzw. Dorfrückkehrer verkaufen.
Die Liste der einheimischen Interessenten ist bereits schon lang und wir können somit unser Ziel aus dem Jahr 2014 „Bauland für Freimersheimer“ verwirklichen.
Meine Damen und Herren, liebe Gäste, ich hoffe es gelingt uns nun zusammen mit den Planern, den Versorgungsträgern und insbesondere der Firma Hambsch eine gute Arbeit abzuliefern und die Maßnahme zügig und in höchster Qualität durchzuführen.
Hoffen wir, dass dies ohne Zwischenfälle und Unfälle über die Bühne geht. Möge uns dies auch mit Gottes Hilfe gelingen.
Freuen wir uns auf die Zukunft und wünschen uns, dass hier viele nette und freundliche Menschen ein Zuhause finden, die sich in unserem Dorf wohlfühlen und heimisch werden.


Kerwe in Freimersheim

Download der Kerweredd' 2017.

Kerwerednerinnen: Heike Dernberger, Christine Leibig und Barbara Luckhardt


Freifunk - Kostenfreies WLAN

Seit dem 25. November ist am Rathaus ein Freifunk-Router installiert, der der Bevölkerung und den Internetnutzern im Umkreis von Rathaus, Haus der Gemeinde und Dorfplatz die kostenfreie Nutzung ermöglicht.


Nachmittag der offenen Grabungen
Auf dem Grabungsgelände standen mehrere jungsteinzeitliche Häuser

Die erste Gruppe bei den Grabungswerkzeugen Schaubild, wie die jungsteinzeitlichen Langhäuser ausgesehen haben sowie auf dem Plan unten in der oberen Mitte erkennbar das Freimersheimer "Ei", das bisher einmalig ist in Rheinland-Pfalz
Ein Teil des Grabungsgeländes in Ost-West-Richtung Weitere abgedeckte Grabungsfelder
  Grabungsfunde, die bereits für die Ausstellungseröffnung "Archäologische Schätze der Pfalz - 70 Jahre Landesarchäologie" am 3. November im "Archäologischen Schaufenster Speyer", Gilgenstraße 13 (Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 11 - 17 Uhr) vorbereitet wurden

 

Auf sehr großes Interesse stieß am 25. September der Nachmittag der offenen Grabungen auf dem derzeitigen Grabungsgelände für das künftige Neubaugebiet Rieshübel II im Osten unseres Dorfes. Den herrlichen Altweibersommer nutzten die Freimersheimer, Grundstückseigentümer und an Archäologie Interessierte aus umliegenden Dörfern und Städten, um sich vor Ort Informationen zu beschaffen. Das sechsköpfige Grabungsteam um Grabungsleiterin Hannelore Kretzschmann und den Archäologen Markus Ortlieb sowie Dr. Ulrich Himmelmann, Leiter der Direktion Landesarchäologie - Außenstelle Speyer, hatten alle Hände voll zu tun um an den verschiedenen Stationen die örtlichen Funde und Gegebenheiten zu erläutern und Fragen zu beantworten. Die etwa 200 Besucher – Familien mit ihren Kindern waren ebenso anzutreffen wie Senioren – zeigten an allem großes Interesse. Es war ja auch spannend zu erfahren, welche Arbeiten ein großer und ein kleinerer Bagger bei den Grabungen zu verrichten haben und welche Arbeitsgeräte für die seit April das Gelände untersuchenden Personen benutzen. Viele staunten nicht schlecht, als Grabungsleiterin Hannelore Kretzschmann dafür Hacke und Spaten, Maurerkellen, Pinsel und viele andere alltägliche handwerkliche Geräte vorstellte. Den Besuchern wurde die Bedeutung der Farbunterschiede in der Erde ebenso erläutert wie die runden, dunklen oder gar schwarzen Flecken auf dem Boden. Was sich noch vor Kurzem als ein mondsichelförmiger Halbkreis darstellte, hat sich zu einem großen „Ei“ ausgewachsen und gibt dem Grabungsteam Rätsel auf. Vermutet wird, dass es direkt an das direkt danebenstehende Langhaus anschloss. Aufgrund der Tatsache, dass der Freimersheimer Fund in seiner Gesamtheit erst seit etwa einer Woche bekannt und in seiner Struktur bisher einmalig ist in Rheinland-Pfalz, können nur Vermutungen (Viehstall, Vorratshaus oder viele andere Möglichkeiten) angestellt werden. Auch das jungsteinzeitliche Langhaus hatte eine beachtliche Größe: es war 50 Meter lang und zehn Meter breit und für die Besucher mit blauen Bändern markiert um so die Größe abschätzen zu können. Auch die Funde und die Grabungspläne wurden ausgestellt und erläutert. Insgesamt, so Dr. Ulrich Himmelmann, konnten die Grundrisse oder Pfostenspuren von mehreren Langhäusern nachgewiesen werden. Erst im Nachhinein allerdings kann es durch weitere Forschungen nachgewiesen werden, ob die Häuser auf dem Gelände während der Jungsteinzeit (4900 bis 4700 v. Chr.) auf einmal oder nacheinander erbaut wurden. Zahlreiche Abfall- Brand oder Beschaffungsgruben zeugen von der Besiedlung vor knapp 7000 Jahren, in der die Menschen anfingen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. „Die Funde von Freimersheim sind uns so wichtig, dass wir einige davon in die neue Ausstellung „Archäologische Schätze der Pfalz – 70 Jahre Landesarchäologie“, die am 3. November im Archäologischen Schaufenster Speyer eröffnet wird, aufgenommen und die Planungen für die Ausstellung damit teilweise umgestellt haben“, freute sich Dr. Himmelmann.

Besiedlung auch in der Jungsteinzeit

Überwiegend Jungsteinzeitliche Funde, aber auch einige aus der Bronze- und Eisenzeit prägen die Grabungen der Landesarchäologie im Bereich des zukünftigen Neubaugebiets „Rieshübel II“ in Freimersheim.
Das sechsköpfige Team von Grabungsleiterin Hannelore Kretzschmann und dem Archäologen Markus Ortlieb sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Bettina Hünerfauth von der Direktion Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe zeigt bei einem Rundgang sichtlich zufrieden über die unzähligen Fund-Kisten und die neuesten Fundstellen. Eine Prospektion zweier Grundstücke hatte im Vorfeld bereits aufgezeigt, dass zahlreiche Stellen auf eine frühe Besiedlung hinweisen.



Die Keramikfunde aus der Mittleren Jungsteinzeit (4900 bis 4700 v. Chr.) sind geprägt von der Großgartacher Kultur, erkennbar an den Verzierungsformen mit Einstichen und den mit der Spitze nach oben typischen Dreiecken. Funde aus den sogenannten „Metallzeiten“ (Bronze- und Eisenzeit) sind zwischen 2200 v. Chr. bis in die späte Hallstattzeit (ca. 450 v. Chr.) datierbar.
Bisher wurden zwei Gräber gefunden: ein neolithisches Kindergrab (Mittlere Jungsteinzeit) und ein einsames, vermutlich christliches, Grab eines Erwachsenen, beide ohne Beigaben.
Sehr viele Gruben wurden für die Speicherung von Lebensmitteln oder für die Entsorgung von Abfällen angelegt. „Hier bestand eindeutig eine Siedlung“, ist sich Kretzschmann sicher. Anhand von typischen Veränderungen in der Erde wurden Hausgrundrisse freigelegt, sichtbar durch die Holzstämme, die in entsprechenden Abständen damals mindestens 50 Zentimeter tief in den Boden gehauen wurden. Es handelt sich wahrscheinlich um den Teil eines Langhauses voraussichtlich aus der Mittleren Jungsteinzeit mit dem für diese Zeit typischen eher schiffsförmigen Grundriss. Sie boten mehr Platz im Haus und verfügten über eine Vorhalle.
Bei einer weiteren Grabung hat man circa einen Meter unter der Oberfläche eine riesige schwarz verfärbte Grube entdeckt. Hier gab es deutlich sichtbar eine ältere Grube, die dann in eine größere Grube überging und aus der auch Knochenfunde geborgen wurden.
Spannend wird es für das Grabungsteam in den nächsten Tagen: im Südwesten des Gebietes wurde aktuell eine mondsichelförmige Pfostenstellung entdeckt, deren Bedeutung noch unklar und erst durch weitere Grabungen erklärbar ist.
Alle Funde werden durch die Mitarbeiter genauestens schriftlich und fotografisch dokumentiert sowie mit Nummern versehen. Ein Plan mit größeren und kleineren orangenen, braunen, roten und blauen Flecken zeigt die genauen Fundstellen an. Darauf zeigt sich deutlich ein Band, von Südwest nach Nordost reichend, das am dichtesten belegt ist. „Selbstverständlich graben wir nur an den Flächen, die auch viele Funde versprechen“, machen Kretzschmann und Ortlieb deutlich.
An ihrem 100. Arbeitstag am 2. September haben sie von der 1,4 Hektar großen Gesamtfläche bereits 4.500 Quadratmeter untersucht; 2.000 Quadratmeter sind derzeit offen. Geöffnet werden noch rund 1.000 Quadratmeter; bis Ende Oktober sollen die Grabungen beendet sein. Dann sind fast sieben Monate Arbeit an der Freimersheimer Frühgeschichte vorbei und das Bebauungsplanverfahren „Rieshübel II“, das weitere attraktive, ruhige Wohnmöglichkeiten schafft, kann beginnen.